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FDP-Kongress "Generation Jungbrunnen"

Daniel Bahr beim Auftakt zum Kongress 'Generation Jungbrunnen'
Daniel Bahr beim
Auftakt zum Kongress
"Generation Jungbrunnen"



"Generation Jungbrunnen" - unter diesem Motto stand ein Kongress der FDP am 23. Februar im Berliner Thomas-Dehler-Haus. Hochkarätige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft diskutierten die Fragen des demographischen Wandels. FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen BEERFELTZ meint: "Wer unser Land generationengerecht machen will, der muss die politischen Rahmenbedingungen zukunftsfest machen." Dieser Kongress sollte einen Beitrag dazu leisten.

Daniel Bahr, Sprecher für demografische Entwicklung, Behindertenpolitik und Pflege der FDP-Bundestagsfraktion, setzte in seinem Grußwort an die rund 250 Teilnehmer darauf, dass der Kongress "eine Quelle sprudelnder Ideen" sein werde - und diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht.



Aktiv- auch im Alter
Aktiv- auch im Alter
23% der Bürger in Deutschland sind heute 60 Jahre und älter. Im Jahre 2050, so die Prognosen, wird mehr als ein Drittel unserer Bevölkerung 60 Jahre und älter sein. Wird jetzt alles schlechter? Oder wird auch etwas besser? Ist das Alter eine "Gemeinheit" (Martin Walser)? Oder bringt das Alter "Freiheit"? Geht es um mehr Kosten bei Gesundheit, Rente und Pflege oder geht es um wachsende Märkte und mehr Arbeitsplätze im Gesundheitsmarkt wie bei der Eigenvorsorge?

Tatsache ist: Noch nie gab es so viele ältere Menschen, die ihre dritte Lebensphase so aktiv, engagiert und gesund erleben können und dieses Leben auch eigenverantwortlich gestalten wollen. Nach Ansicht der Liberalen werden Gesellschaft und Politik diesen grundlegenden Veränderungen bisher jedoch in nur unzureichendem Maße gerecht. "Die Sichtweise der Gesellschaft auf die Älteren entspricht trotz vereinzelter positiver Veränderungsansätze nicht der Realität", heißt es in einem Beschluss der FDP.

Seniorenkampagne 'Alt-Macht-Neu'
Seniorenkampagne
"Alt-Macht-Neu"
Dort heißt es weiter: "Wir wollen den Dialog und das Miteinander der Generationen für eine gemeinsame Zukunft. Soziale Sicherheit und Generationengerechtigkeit sind die besten Grundlagen für diese Zukunft." Aus diesem Grund hat die FDP auch die Kampagne "Alt-Macht-Neu" ins Leben gerufen. Die Seniorenkampagne soll helfen, die Kenntnisse und das Engagement der älteren Generation für die Gesellschaft zu aktivieren, um so neue Ansätze für ein konstruktives Zusammenleben zu finden.

Um diese Fragen und Konzepte genau zu beleuchten, veranstaltete die FDP den Kongress "Generation Jungbrunnen". Dazu hat FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz hochkarätige Personen aus der Politik, wie Parteichef Guido Westerwelle, den ehemaligen Bundeaußenminister Klaus Kinkel, den FDP-Rentenexperten Daniel Bahr, sowie herausragende Experten eingeladen, die auf unterschiedlichen Podiumsdiskussionen die anstehenden Fragen des demographischen Wandels, den neuen Lebensstilen und den alten Sachfragen diskutiert haben.

Guido Westerwelle, Daniel Bahr und Max Schautzer
Guido Westerwelle,
Daniel Bahr und
Max Schautzer
Als Moderator wurde Max Schautzer gewonnen. Der TV-Moderator ist im Vorstand der Bellheim-Stiftung - einem "Netzwerk der 50er" - die sich nach dem Motto "Bellheim tut etwas für die Jugend von gestern und vorgestern und die Senioren von morgen und übermorgen" engagiert.


FDP-Chef Guido Westerwelle betonte in seiner Rede, dass die FDP dazu beitragen wolle, dass die Menschen in Deutschland wieder positiv und ohne Angst in die Zukunft schauen können. "Nur mit einem Politikwechsel können wir die anstehenden Herausforderungen der Zukunft generationengerecht meistern", so Westerwelle. Seiner Ansicht nach wurde der Generationenvertrag von Rot-Grün in eine "Existenzkrise" geführt. Die Liberalen aber würden auch mit diesem Kongress einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen wieder positiv in die Zukunft schauen können. Denn: "Es gibt nicht nur positive Aspekte des demografischen Wandel, sondern auch gesellschaftliche Chancen", so Westerwelle.




Michael C. Burda
Michael C. Burda
Ob Westerwelles Optimismus gerechtfertigt ist, das wurde im Rahmen dreier Fachforen näher beleuchtet. So setzten sich die Podiumsteilnehmer des ersten Forums „Länger arbeiten – mehr Jobs?“ zunächst einmal mit der Frage nach der Entwicklung des Arbeitsmarktes auseinander. Prof. Michael C. Burda, Arbeitsmarktökonom an der Humboldt-Universität zu Berlin, machte in seinem Impulsreferat deutlich, dass obwohl die deutsche Bevölkerung schrumpft und die Zahl älterer Menschen ansteige, die Arbeitskraft der älteren Menschen jedoch nicht genutzt wird.

Die Podiumsteilnehmer des Forums „Rente ohne Zukunft – Zukunft ohne Rente?“ wagten einen Blick auf das Jahr 2040, in dem die Hälfte der Deutschen über 50 Jahre alt sein wird. Immer weniger Erwerbstätige werden dann immer höhere Sozialbeiträge zahlen müssen, um die Sozialsysteme zu erhalten. Sie beschäftigten sich mit der Frage, ob es vor diesem Hintergrund noch Generationengerechtigkeit geben könne. In seinem Impulsreferat „Generationengerechte Altersvorsorge“ ging Daniel Bahr, Sprecher für demografische Entwicklung, Behindertenpolitik und Pflege der FDP-Bundestagsfraktion, auf diese Fragestellungen ein und skizzierte Ansätze, um Generationengerechtigkeit auch in Zukunft noch zu gewährleisten.

Die Diskussionsrunde
Die Diskussionsrunde
In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, wo die Fehler des derzeitigen Rentensystems liegen: Zum einen gibt es momentan 22 Landesversicherungsanstalten und vier Bundesträger. Zum anderen verlieren selbst Experten angesichts der Flut an Regelungen und Änderungen im Rentenrecht den Überblick. Deshalb sprachen sich die Diskussionsteilnehmer für eine Vereinfachung des Systems aus. Außerdem kritisierte FDP-Pflegeexperte Daniel Bahr, dass die rot-grüne Politik den Menschen nichts zutraue. Es solle den Bürgern überlassen werden, wie sie für ihr Alter vorsorgen – sei es in Form von Immobilien oder mit Fonds für diejenigen, die das Risiko nicht scheuten um den „Sahneklecks“ zu erlangen. Außerdem forderte der Liberale junge Menschen ausdrücklich dazu auf, so früh wie möglich für ihre Rente vorzusorgen. Es gebe immer Gründe, warum gerade jetzt der falsche Zeitpunkt sei – auch noch mit 40. Letztlich schneide man sich so aber ins eigene Fleisch, stellte Bahr klar.

Das gebannte Publikum
Das gebannte Publikum
Es war an Prof. Dr. Herwig Birg, Professor für Bevölkerungswissenschaft an der Universität Bielefeld, der den Anstoß für das Forum „Vision Alter – Wie viel Zukunft hat das Alter?“ lieferte. Er wies darauf hin, dass die Menschen heute durch den medizinischen Fortschritt und die allgemeinen Lebensumstände mehr denn je die Möglichkeit hätten, auch im Alter noch ein aktives und erfülltes Leben zu führen. Seiner Ansicht nach hat die Politik eine sehr schwierige Aufgabe vor sich, die durch „kluge Reformen schnell angegangen“ werden müsse. Für Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), bedeutet das in erster Linie, dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden müssen. Er ist vor allem überzeugt davon, dass das Solidarsystem ohne ordentliche Anschubfinanzierung nicht funktionieren kann.

Diese Forderung wiederum findet der Publizist Prof. Dr. Arnulf Baring „absurd.“ Für ihn liegt auf der Hand, dass man zum einem länger arbeiten und sich zum anderen auch untereinander helfen müsse. Seine Lösung liegt in so genannten „Alterskommunen“. „Bevor das Land erstickt“, müsse jeder wieder Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Oliver Perzborn vom Trendbüro Hamburg betonte, dass gerade seine Generation – Perzborn ist 37 – die Möglichkeit habe, die Zukunft schöner zu gestalten. Er sieht vor allem die Potenziale und Chancen des Alters und unterstrich: „Vom derzeitigen Bild des Senioren können wir uns verabschieden.“

Bertold Bahner und Jan Dittrich
Bertold Bahner
und Jan Dittrich
Einig waren sich die Teilnehmer aller Podien vor allem darin, dass schnellst möglich gehandelt und die Chancen ergriffen werden müssen.

Jan Dittrich, Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen, und Bertold Bahner, Bundesvorsitzender Lis@ ließen in ihrem Schlusswort den Tag nach all dem wissenschaftlichen Problematisieren literarisch ausklingen.





Parlamentarische Initiativen und Standpunkte der FDP zum Themenkomplex

Renten- und Seniorenpolitik

Parlamentarische Initiativen
Für Sicherheit im Alter
Für Sicherheit im Alter

Pflegepolitik

Familien müssen gefördert werden
Familien müssen
gefördert werden
Parlamentarische Initiativen

Kinder- und Jugendpolitik / Familienpolitik

Parlamentarische Initiativen

  • Antrag: Familien spürbar durch einen Kinder-Bonus entlasten – keine Beitragserhöhungen in der Sozialen Pflegeversicherung (07.09.2004)
  • Positionspapier: Familie und Kinder - Ein Weg in die Zukunft! (PDF-download)
  • Antrag: Solides Finanzierungskonzept für den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten für unter Dreijährige (01.07.2004)
  • Positionspapier: Faire Chancen für jedes Kind! (PDF-download)
  • Antrag: Tagespflege als Baustein zum bedarfsgerechten Kinderbetreuungsangebot (24.09.2003)




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